Irgenwie die ideale Kombination aus zwei anderen Welten - Konditionelle Herausforderung wie beim Laufen und Höhe gewinnen wie beim Bergpässe hochradeln

Juni 2017, erste  Geh-, bzw. besser gesagt, Kletterversuche beim dienstäglichen "offenen" Klettertreff des Alpenvereins im Duisburger Landschaftspark
Juni 2017, erste Geh-, bzw. besser gesagt, Kletterversuche beim dienstäglichen "offenen" Klettertreff des Alpenvereins im Duisburger Landschaftspark

 

Klettern, eine "neue Spinnerei", die sich unbemerkt im letzten Radurlaub 2016 in Südtirol in meinen Kopf eingenistet hatte und nach und nach Gestalt angenommen hat.

 

Warum eigentlich immer nur mit dem Rennrad die Passstraßen hochfahren und die beeindruckenden Berggipfel nur anschauen? Warum nicht auch mal dort hoch steigen? Insbesondere der Blick von der Stilfser Joch Passhöhe auf den mächtigen und die Region beherrschenden Ortler hatte es mir angetan.

Wie würde es sich dort oben auf dem Gipfel anfühlen, wie wäre der Blick von dort über all die benachbarten niedrigeren Gipfel oder ins Tal hinunter?

In der Zeit des Jahreswechsels 2016/2017, über die Feiertage hinweg, wurde mir dann immer klarer, dass mein Unterbewusstsein ohne mich zu fragen schon längst ein Ziel erfasst und sich vorgenommen hatte, was nun mit Wucht ins Bewusstsein hochschlug und mich nicht mehr ruhen lassen würde, bis ich es erreicht haben würde oder zumindest alles versucht hätte, es zu erreichen.

 

Im Februar 2017 bin ich daher als Mitglied in die örtliche Sektion des Alpenvereins eingetreten, um mich von der Basis her dem Thema zu nähern und so den Weg hin zu meinem Ziel zu beginnen.

Die ersten "Gehversuche" machte ich dann im Mai 2017 mit einem Alpin-Grundlehrgang, den der Alpenverein in Duisburg jedes Jahr im Frühjahr ein oder zwei Mal anbietet.

Das dort Erlebte gefiel mir und ich hatte sozusagen "Blut geleckt". Daher befasste ich mich dann sogleich auch mit dem Sportklettern, absolvierte diverse Kletterkurse, machte auch den Toprope- und den Vorstieg-Kletterschein und übte das Erlernte in regelmäßigen  "Trainingseinheiten" beim wöchentlichen Klettertreffen der Duisburger DAV-Klettergruppe. Im Sommer im vereinseigenen Kletterareal im Duisburger Landschaftfspark und im Winter in Kletterhallen. Auch weitere Alpinkurse standen und stehen auf dem Programm, um möglichst von der theoretischen Seite her schon mal eine möglichst breite Basis zu haben.

Urlaub 2017 - eine Woche im Vinschgau (fast) nur den Bergtouren gewidmet

Der vorläufige Höhepunkt der neuen Leidenschaft. Im Urlaub Ende August 2017 die Besteigung des Hohen Angelus (3521 m) im Vinschgau. Das Wetter war hervorragend und das Erlebnis, vor allem aufgrund, des alleinigen Unterwegsseins, überwältigend.

Es geht voran, Training muss sein

Herbst 2017 - Sportklettern am Naturfels in Werdohl im Sauerland

Bei der Lenneplatte in Werdohl bei Lüdenscheid handelt sich bei den meisten Routen um Klettern auf Reibung über feinstrukturierte Platten. Die südlich gelegene Wand, direkt am Wanderweg entlang der Lenne, hat eine Höhe von rund 25 Metern und ist etwa 40 Meter breit ( Im Bild nicht erkennbar, da ein wenig den Weg hinuter hinter den Bäumen gelegen)

 

 

Oben angekommen auf einer der Routen, ausnahmeweise nicht nur feinstrukturierte Platte, sondern auch mit kleinem Überhang. Mein Seilpartner Simon (sieht man hier nicht, da er Seil fotografiert) hat mich beim Vorsteigen von unten gesichert.

Ich habe oben das richtige und sichere sogenannte Fädeln des Seils geübt (nicht ohne mich vorher doppelt einzuhaken) das nun durch den oberen Haken umgelenkt wird und mich beim runter lassen halten wird.

Es ist also nicht nur eine sportliche und koordinative Angelegenheit, sondern Kopf und  Verstand muss auch immer mit dabei sein, damit man heil bleibt.

Also genau die richtige Mischung von neuen Reizen und Lernaufgaben als Herausforderung für einen Mitfünfziger, um körperlich und geistig nicht in der langjährigen Alltagsroutine zu verkümmern. Und kurzweiliger als Fitnesstudio , Rückenschule, Sudoko & Co sowieso ;-)

2018 im Mai - Viel Spaß beim Training im Klettergebiet Hillenberg in Warstein

Nach vielen Wintermonaten mit wöchentlichem Training beim Klettertreff der Klettergruppe des Duisburger Alpenvereins in Kletterhallen, zwischendurch einige wenige Male auch draußen im Klettergarten des Alpenvereins im Landschaftspark Nord in Duisburg, gehört seit Mai auch das Üben mit Seilpartner Simon in einem Klettergebiet in Warstein zur Vorbereitung einer geplanten Hochtourenwochen im Sommerurlaub in Sulden/Südtirol. Auch wenn die Wand maximal nur 50 m hoch ist, ist es dennoch ein gutes und realitätsnäheres Training im Vergleich zum winterlichen Klettern in der Kletterhalle mit künstlichen Routen oder den kurzen Routen im Landschaftspark.

 

Topo der linken Wandhäfte
Topo der linken Wandhäfte

Zwei Wochen später waren wir schon um 04:30 losgefahren, um die kühlen Morgentemperaturen nutzen zu können und der aufgeheizten Wand in der Mittagssonne zu entgehen. Zum Abschluss des Training beendeten wir die Route Nr. 12 "Via Segantini", eine 5+ mit einer langen 35 m Abseilstrecke gegen 11:30 h und waren froh, so früh aufgebrochen zu sein, da die hochstehende Sonne nun auf die Wand strahlte und die Lufttemperatur bereits bei ca. 28 Grad lag. Ab nach Hause zum Mittagessen und danach in den Schatten auf die Terrasse, Tagwerk bereits erledigt ;-)